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Influencer Preise in Deutschland: was ein gesponserter Post 2026 wirklich kostet

Veröffentlicht von ZOMZEY. Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2026.

Influencer Preise sind die Stelle, an der fast jede erste Kampagne hängen bleibt, und zwar auf beiden Seiten. Die Marke weiß nicht, ob der genannte Betrag marktüblich ist oder das Doppelte. Der Creator weiß nicht, ob er zu teuer ist oder, viel häufiger, deutlich zu billig. Und die Honorartabellen im Netz widersprechen sich munter, weil sie selten dasselbe messen.

Dieser Leitfaden nennt belastbare Spannen für den deutschen Markt 2026, erklärt die Rechnung dahinter, und behandelt die Werbekennzeichnung, die in Deutschland strenger geregelt ist als fast überall sonst und ein Kostenrisiko trägt, das in internationalen Ratgebern schlicht fehlt. Für eine Schätzung auf deine eigene Reichweite rechnet unser Influencer Preisrechner das in Sekunden durch.

Veröffentliche ein Briefing auf ZOMZEY, und Creator bewerben sich mit ihren eigenen Zahlen und den Bewertungen abgeschlossener Kooperationen. Das Einstellen ist kostenlos, und der Betrag bleibt über Protected Payments hinterlegt, bis der Beitrag online ist.

So funktioniert ZOMZEY

Influencer Preise 2026: die Tabelle

Die folgenden Spannen gelten für einen einzelnen gesponserten Beitrag auf Instagram, brutto, ohne Nutzungsrechte für Werbung und ohne Exklusivität. Es sind Marktbeobachtungen, keine festen Tarife. Jeder Creator setzt seine eigene Liste.

Nano, 1.000 bis 10.000 Follower. Feed-Post 50 bis 150 Euro, Reel 80 bis 250 Euro, drei Stories 30 bis 100 Euro. Unterhalb von etwa 3.000 Followern laufen viele Kooperationen noch über das Produkt allein. Das heißt nicht, dass sie die Marke nichts kosten, und es befreit vor allem nicht von der Kennzeichnungspflicht.

Micro, 10.000 bis 100.000 Follower. Feed-Post 150 bis 600 Euro, Reel 250 bis 900 Euro, drei Stories 100 bis 400 Euro. Eine zweite Quelle nennt für diese Gruppe 90 bis 900 Euro, was die Spanne eher nach unten öffnet. Das ist die breiteste und umkämpfteste Stufe, und die, in der gute und schlechte Einkäufe am weitesten auseinanderliegen.

Mid-Tier, 100.000 bis einer Million Follower. Feed-Post 600 bis 3.000 Euro, Reel 900 bis 4.500 Euro, drei Stories 400 bis 1.800 Euro. Eine zweite Quelle nennt 700 bis 5.000 Euro.

Macro und Mega, über einer Million. Ab 3.000 Euro für einen Post und ab 4.500 Euro für ein Reel, nach oben offen, in der Praxis häufig fünfstellig. Auf dieser Stufe verhandelt fast immer eine Agentur, und der Vertrag wiegt so schwer wie der Preis.

Influencer Preise nach Plattform

TikTok liegt bei 80 bis 200 Euro für Nano, 200 bis 800 Euro für Micro und 800 bis 4.000 Euro für Mid-Tier. Pakete aus drei Videos kosten 200 bis 500, 500 bis 2.000 beziehungsweise 2.000 bis 10.000 Euro.

YouTube zerfällt in zwei völlig verschiedene Einkäufe. Eine Integration von 60 bis 90 Sekunden in ein ohnehin geplantes Video kostet 200 bis 500 Euro bei Nano, 500 bis 2.500 bei Micro und 2.500 bis 12.000 bei Mid-Tier. Ein dediziertes Video kostet 500 bis 1.500, 1.500 bis 6.000 beziehungsweise 6.000 bis 30.000 Euro. Teuer, aber es ist auch das Format mit der längsten Halbwertszeit: ein YouTube-Video bringt Monate später noch Aufrufe, ein Reel nicht.

Der TKP, und warum er die ehrlichere Rechnung ist

Im deutschen Mediaeinkauf wird in Tausend-Kontakt-Preisen gerechnet, und genau das sollte man auch hier tun. Die Orientierungswerte: Instagram Feed und Reel 7 bis 20 Euro TKP, TikTok 7 bis 20 Euro, YouTube-Integration 15 bis 35 Euro, LinkedIn im B2B 15 bis 30 Euro.

Die Formel lautet schlicht: Preis gleich Reichweite pro Beitrag mal TKP geteilt durch 1.000. Ein Account mit 60.000 durchschnittlichen Aufrufen bei einem TKP von 20 Euro landet also bei 1.200 Euro.

Entscheidend ist dabei ein Punkt, den fast alle falsch machen: gerechnet wird mit den durchschnittlichen Aufrufen der letzten Beiträge, nicht mit der Followerzahl. Follower sind sichtbar, aber sie sagen wenig. Zwei Accounts mit je 30.000 Followern können Reichweiten im Verhältnis eins zu zehn liefern.

Warum keine zwei Honorartabellen übereinstimmen

Wer drei Artikel über Influencer Preise vergleicht, bekommt drei Tabellen. Das liegt nicht an Schlamperei, sondern daran, dass jede etwas anderes misst.

Erstens das Format. Eine Tabelle, die 150 Euro für Micro nennt, meint oft drei Stories, nicht ein geschnittenes Reel. Zweitens die Nische: Finanz-, Tech- und B2B-Inhalte liegen 50 bis 100 Prozent über dem Standard, weil es dort schlicht weniger glaubwürdige Creator gibt. Drittens der Umfang: ein veröffentlichter Preis enthält so gut wie nie die Nutzungsrechte und die Exklusivität, und beide stehen weiter unten. Viertens die Bezugsgröße, Follower gegen tatsächliche Reichweite.

Was ein Honorar wirklich bewegt

Die Engagement-Rate ist die erste Korrektur. In Deutschland erreichen Nano- und Micro-Creator häufig 5 bis 15 Prozent, große Accounts typischerweise 1 bis 3 Prozent. Mit unserem Engagement-Rate-Rechner lässt sich das vor der Verhandlung nachprüfen. Liegt die Rate deutlich über dem Median der Stufe, sind 30 bis 50 Prozent Aufschlag auf den TKP-Preis marktüblich und berechtigt. Liegt sie darunter, sollte der Preis sinken, was er in der Praxis selten tut.

Danach zählen die Zusammensetzung der Audience, der Produktionsaufwand, die Frist und die Zahl der Korrekturschleifen. Ein Briefing mit drei Freigaberunden kostet mehr als eines, das dem Creator vertraut, und das ist auch richtig so.

Die Aufschläge, die niemand einplant

Nutzungsrechte für Werbung. Das Video des Creators in den eigenen bezahlten Anzeigen weiterzuverwenden ist nicht im Preis eines organischen Beitrags enthalten. Marktüblich sind 50 bis 150 Prozent Aufschlag. Von Anfang an verhandeln, nachträglich wird es immer teurer.

Exklusivität. Dem Creator für einen Zeitraum die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern zu untersagen kostet 20 bis 50 Prozent, je nach Dauer.

Cross-Posting. Rund 25 Prozent je zusätzlicher Plattform.

Dreh vor Ort statt Remote-Produktion: pauschal 200 bis 400 Euro zusätzlich.

Werbekennzeichnung: die deutschen Regeln

Das Folgende ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Für den Einzelfall gehört ein Fachanwalt hinzugezogen.

Deutschland reguliert Influencer-Werbung strenger als die meisten Märkte, und das Risiko trägt eine Form, die es anderswo so nicht gibt. Die Grundlagen sind § 5a Abs. 4 UWG, wonach der kommerzielle Zweck erkennbar sein muss, § 22 Abs. 1 MStV, wonach Werbung leicht erkennbar sein muss, und § 6 Abs. 1 DDG zur Kennzeichnung kommerzieller Kommunikation, der 2024 an die Stelle des früheren § 6 TMG getreten ist.

Welche Wörter zulässig sind, und welche nicht

Etabliert und anerkannt sind Werbung und Anzeige. Die Kennzeichnung muss in der Sprache des Profils stehen, auf einem deutschsprachigen Profil also auf Deutsch, und sie muss sofort erkennbar sein. Eine Einblendung am Rand, in kleiner Schrift oder nur für wenige Sekunden genügt nach der Rechtsprechung regelmäßig nicht.

Nicht ausreichend sind nach gängiger Auslegung ein bloßes #ad im Hashtag-Block, englische Kürzel wie sp, ad oder sponsored, und auch das native Instagram-Werkzeug „Bezahlte Partnerschaft“ allein, das die Kennzeichnung im Text nicht ersetzt.

Wo die Kennzeichnung stehen muss

Am Anfang, als erstes erkennbares Element vor dem Fließtext. Eine Kennzeichnung, die im Hashtag-Block versteckt ist, gilt nicht. In Stories gehört ein Werbe-Overlay oder Text-Sticker dauerhaft sichtbar ins Bild. In Reels und TikToks in das erste Frame oder als eingeblendeter Text, zusätzlich zur Bildunterschrift. In Livestreams muss bei jeder Produktnennung gesprochen gekennzeichnet werden.

Geschenkte Produkte

Hier liegt der häufigste Irrtum. Ein kostenlos überlassenes Produkt, das beworben werden soll, ist kennzeichnungspflichtig. Nur ein echtes Geschenk ohne jede Gegenleistung und ohne Erwartung einer Veröffentlichung ist es nicht, und die Beweislast dafür liegt beim Creator. Wer regelmäßig Pakete von derselben Marke bekommt, wird diese Beweislast schwer tragen.

Die zwei Wege, auf denen es teuer wird

Deutschland kennt zwei getrennte Risiken, und internationale Ratgeber übersehen meist beide.

Erstens der Wettbewerber. Eine fehlende Kennzeichnung kann wettbewerbsrechtlich abgemahnt werden. Die Höhe der Abmahnkosten richtet sich nach dem Streitwert und lässt sich nicht pauschal beziffern. Die Frist zur Abgabe einer Unterlassungserklärung beträgt in der Regel rund eine Woche, und bei einem Wiederholungsfall wird die darin vereinbarte Vertragsstrafe fällig.

Zweitens die Medienaufsicht. Ein Verstoß gegen § 22 Abs. 1 MStV kann nach § 115 MStV als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg verhängte in einem Fall 36.000 Euro, nach eigener Angabe das bislang höchste Bußgeld gegen eine Influencerin in Baden-Württemberg. Das Risiko ist also nicht theoretisch.

Für eine Marke heißt das: die Kennzeichnung ist kein Detail der Creator-Seite, sondern ein kalkulierbares Kostenrisiko der Kampagne. Sie gehört ins Briefing, in den Vertrag und in die Freigabe.

Drei Rechenbeispiele

Eine Kosmetikmarke testet. Budget 4.000 Euro. Acht Micro-Creatorinnen zwischen 15.000 und 40.000 Followern, je ein Reel zu durchschnittlich 400 Euro, macht 3.200 Euro, dazu 600 Euro Produkt und Versand und 200 Euro Nutzungsrechte auf die zwei besten Videos. Das Ergebnis ist Erkenntnis darüber, welche Botschaft funktioniert, kein Umsatz.

Eine Kampagne mit TKP gerechnet. Ein Mid-Tier-Creator mit 80.000 durchschnittlichen Aufrufen pro Reel, TKP 18 Euro. Das ergibt 1.440 Euro für den Beitrag. Mit Nutzungsrechten für bezahlte Anzeigen über drei Monate, plus 80 Prozent, sind es 2.592 Euro. Dieser zweite Posten wird fast immer vergessen.

Ein B2B-Fall. LinkedIn, TKP 25 Euro, 20.000 Aufrufe, also 500 Euro Basis. Mit dem Nischenaufschlag von 50 bis 100 Prozent landet man bei 750 bis 1.000 Euro. Teurer pro Kontakt als Lifestyle, aber die Kontakte sind andere.

Wie du prüfst, ob ein Preis fair ist

Lass dir Screenshots der Statistiken geben statt genannter Zahlen: durchschnittliche Reichweite der letzten dreißig Tage, Engagement-Rate und geografische Verteilung der Audience. Rechne den TKP aus und vergleiche ihn mit den Spannen oben. Vergleiche ihn anschließend mit deinen Kosten für bezahlte Anzeigen auf dieselbe Zielgruppe, denn das ist der eigentliche Wettbewerber des Budgets, nicht ein anderer Creator.

Und beurteile über einen Zeitraum. Ein einzelner Beitrag sagt fast nichts. Drei Beiträge über sechzig Tage beim selben Creator sagen viel, und kosten pro Stück meist weniger.

Die häufigsten Fehler

Nach Followerzahl statt nach tatsächlicher Reichweite bezahlen. Die Nutzungsrechte vergessen und später teuer nachkaufen. Eine lange Exklusivität vereinbaren, ohne sie zu bepreisen. Ein Skript Wort für Wort vorgeben, was einen Beitrag erzeugt, den die Audience sofort als Anzeige erkennt, und damit genau die Wirkung zerstört, die eingekauft wurde. Und eine Kampagne an Aufrufen messen, deren Ziel Verkäufe waren.

Honorare in anderen Ländern

ZOMZEY veröffentlicht dieselbe Honorarrecherche für weitere europäische Märkte. Jeder Leitfaden ist in der Landessprache verfasst und nennt die Kennzeichnungsregeln, die dort gelten.

Häufige Fragen zu Influencer Preisen

Was kostet ein Influencer in Deutschland 2026?

Die Influencer Preise reichen von 50 bis 250 Euro bei Nano über 150 bis 900 Euro bei Micro und 600 bis 5.000 Euro bei Mid-Tier bis zu fünfstelligen Beträgen bei über einer Million Followern.

Wie berechne ich einen fairen Preis?

Durchschnittliche Aufrufe mal TKP geteilt durch 1.000. Für Instagram und TikTok liegt der TKP bei 7 bis 20 Euro, für YouTube-Integrationen bei 15 bis 35 Euro.

Ist TikTok günstiger als Instagram?

Bei vergleichbarer Größe liegen die TKP ähnlich, aber die Reichweite je Video schwankt auf TikTok deutlich stärker, was die Planbarkeit senkt.

Muss ein geschenktes Produkt gekennzeichnet werden?

Ja, sobald eine Veröffentlichung erwartet wird. Nur ein echtes Geschenk ohne jede Gegenleistung ist frei, und die Beweislast dafür trägt der Creator.

Reicht ein #ad als Kennzeichnung?

Nein. Zulässig sind Werbung, Anzeige oder bezahlte Partnerschaft mit der Marke, auf Deutsch und am Anfang des Beitrags, nicht im Hashtag-Block.

Was kostet eine fehlende Kennzeichnung?

Die Abmahnkosten richten sich nach dem Streitwert, dazu kommt bei einem Wiederholungsfall die Vertragsstrafe aus der Unterlassungserklärung. Unabhängig davon kann die Medienaufsicht ein Bußgeld verhängen; in einem Fall waren es 36.000 Euro.

Sind Nutzungsrechte im Honorar enthalten?

Nein. Für die Weiterverwendung in bezahlter Werbung sind 50 bis 150 Prozent Aufschlag marktüblich.

Was kostet Exklusivität?

Zwischen 20 und 50 Prozent Aufschlag, abhängig von der Dauer.

Kurz gefasst: die Influencer Preise in Deutschland reichen 2026 von rund 50 Euro bei einem Nano-Beitrag bis in den fünfstelligen Bereich, sie hängen weit mehr an der tatsächlichen Reichweite und der Engagement-Rate als an der Followerzahl, sie lassen sich über den TKP sauber nachrechnen, sie steigen um 50 bis 150 Prozent, sobald der Inhalt in bezahlter Werbung weiterlaufen soll, und sie stehen unter einer Kennzeichnungspflicht, deren Verletzung über eine Abmahnung oder ein Bußgeld der Medienaufsicht empfindlich teuer werden kann.

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